Alwins Miniaturen
Stellmacherei aus Elmshorn
Rekonstruktion des Zustandes von 1890 Kreis Pinneberg Aufbau 1984
Stellmacherei (Wagnerei) Freilichtmuseum Kiel - Molfsee

Johann Heinrich Thormählen, Stellmachermeister seines Zeichens, erwirbt 1890 Grundstück,
Wohnhaus und Werkstatt eines Malers am Sandberg, am westlichen Ortsrand vom Elmshorn gelegen.
Thormählen wird 1861 als Sohn eines Dorfschmieds in Elmshorn geboren, erlernt das Stellmacherhandwerk
und sammelt als Geselle Erfahrungen auf der damals obligaten Wanderschaft, die ihn über Altona,
Bremen, Köln, Basel, Luzern, Zürich, Innsbruck nach Chemnitz führt. Dort erhält er eine
zwei einhalb-jährige Ausbildung als Kastenmacher und als Karosseriebauer.
Weiter über Dresden, Leipzig, Goslar, Hannover, Berlin und Lübeck findet er eine Anstellung in der
renommierten Wagenfabrik Hörcher & und Co. für Kutschen und Prunkwagen in Hamburg,
bis er sich als erfahrener und kenntnisreicher Handwerker im erwähnten Elmshorn 1890
als Meister selbstständig macht. 1928 übernimmt sein Sohn Johannes Hermann die
Werkstatt, doch Vater und Sohn arbeiten noch eine Reihe von Jahren gemeinsam.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kommt das Stellmacherhandwerk langsam zum
Erliegen; 1977 wird der Betrieb aufgegeben - Ergebnis eines langen Strukturwandels,
weg von der handwerklichen Herstellung zur maschinellen Produktion.
Die original eingerichtete Werkstatt enthält die gebräuchlichsten Geräte und Maschinen,
die der Handwerker braucht. Bandsäge und Drehbank werden von einer Windturbine
aus Sommerland in der Kremper Marsch angetrieben, die vordem ersten Weltkrieg ein
Gasmotor und nach 1918 ein Elektromotor ersetzt. Die Werkstatt ist ein Nachbau der
Stellmacherei aus Elmshorn.
Quelle: Auszug aus Museumsführer.
Mit freundlicher Genehmigung des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums Molfsee.

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