Alwins Miniaturen
Schmiede aus Deutsch-Nienhof
Erbaut um 1700 Kreis Rendsburg-Eckernförde Wiederaufbau 1967
Schmiede Freilichtmuseum Kiel - Molfsee

Bis zum Eindringen der Industrialisierung in die ländliche Gesellschaft ist der Schmied
einer der wichtigsten Handwerker. Er beschlägt die Pferde, stellt eiserne Wagenräder
und Pflugscharen her und all jenes, was man an Werkzeug, Gerät und Eisenteilen braucht.
In nahezu jedem Dorf finden wir den Schmied und auch für das Funktionieren einer
gutsherrschaftlichen Wirtschaft ist er unentbehrlich. Ab den 1950er und 1960er Jahren,
als zunehmend Pferdekraft von Traktoren abgelöst und Fabrikware angeboten wird und
immer mehr Maschinen Einzug halten, verschwinden die Werkstätten - einige wandeln
sich zu Landmaschinenbetrieben.
Der kleine, massive Backsteinbau stammt von dem nahe dem Westensee gelegenen Gut
Deutsch-Nienhof. Die barocken Formen verweisen den Bau auf die Zeit um 1700.
1822 wird von einem Brand berichtet und 1862 von Umbauten und Neudeckung:
das Datum findet sich auf dem schmalen Rahmen des Seitentors.
Im dämmrigen Innern der Schmiede steht im Zentrum die mächtige Esse,
auf der das Feuer glüht. Zwei Blasebälge fachen es an und bringen das Eisen
zum Glühen. An den Ambossen wird es in Form gebracht und die Werkzeuge,
die Hämmer, Zangen, Meißel, Durchschläge und Gesenke verweisen auf
die Vielseitigkeit des Handwerks. Man braucht schon eine solide Ausbildung
und Erfahrung, um mit dem harten Werkstoff umzugehen.
Als Hufschmied gehört auch das Beschlagen der Pferde zum Aufgabenbereich.
Dazu benötigt er Huf- oder Rinnmesser, Beschlaghammer und -zangen,
Raspeln, Sonden und Aufbrennzirkel.
Quelle: Auszug aus Museumsführer.
Mit freundlicher Genehmigung des Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseums Molfsee.

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